HELMUT RIELÄNDER
Malerei, Grafik und Installationen

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Südostasiatische Notizen

Ein Großteil der Trauergäste traf sich danach bei der Schwester von Oan, wo fleißige Frauen bereits seit den Morgenstunden den Leichenschmaus vorbereitet hatten. Wir saßen dann mit diversen, mir auch inzwischen bekannten Freunden und Verwandten Oans zusammen, plauschten über 2 ½ Sprachen und genossen die angerichteten Speisen.
Ein abschließendes Foto zum Aufbruch der Trauergäste. Oan und ihre Familie waren wohl auch sehr geschafft von den letzten Tagen der Krankheit und dem Tod des Vaters sowie den aufwändigen Trauerfeierlichkeiten.

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Verwandte, Schul- und andere Freunde der Schwester Oans (rechts stehend neben Rei) auf der Trauerfeier

Jeden Tag erhielten wir nun Nachrichten von Noi, dass Theo in Belgien wichtige Behördengänge in seinem Heimatort und in Brüssel erledigte, um unter anderem sein Jahresvisum für Thailand zu erhalten.
Am übernächsten Tag nach der Trauerfeier befiel mich ein heftiger Schwindel beim Aufstehen, so wie ich es noch nie erlebt habe! Bei diesen Schwindelanfällen fühlte mich an Fahrten vergangener Zeit mit dem Kettenkarussell ‚Wellenflug’ auf dem Bremer Freimarkt erinnert. Das Schwindelgefühl hielt zwar nur wenige Sekunden an, aber ich verlor die Orientierung im Raum (und musste die Arme hochreißen)!
Glücklicherweise geschah das aber nur beim Aufstehen und noch heftiger beim Hinlegen oder Umdrehen (‚Lagerschwindel’).
Um es kurz zu machen, am Abend ging ich mit Rei zu einem Arzt in der Nähe, der bei mir einen stark überhöhten Blutdruck feststellte, mir eine Spritze verpasste und mir Tabletten gegen die Schwindelanfälle mitgab.
Am folgenden Abend kamen Magenkrämpfe und Erbrechen hinzu.
In der Nacht fuhr mich Rei ins Krankenhaus in Ban Phue. Sie hatte in meiner Abwesenheit, als ich in Deutschland war, einen Führerschein gemacht und beherrscht den Pickup inzwischen ganz gut.
So richtig helfen konnten sie mir in dem kleinen Kreiskrankenhaus aber nicht. Mein Puls war weiterhin viel zu hoch.
Nachdem sich bis zum nächsten Morgen keine Besserung der Beschwerden und Schmerzen eingestellt hatte, bat ich Rei, mich ins Bangkok Hospital nach Udon Thani zu fahren. Im Vorort bei Heinz wechselten wir das Auto, da Rei sich noch nicht so zutraut in der Stadt zu fahren und Heinz chauffierte uns ins Krankenhaus.
Um halb 8 in der Früh (15.10.) erreichten wir dann die Aufnahme des Bangkok Hospitals.

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Hier erschrak man sehr über meinen Puls und befragte mich nach Beschwerden an Blinddarm und anderen ‚Innereien’. Nach den üblichen Blutabnahmen, Analysen, Abtastungen und Ultraschalluntersuchungen verfrachtete man mich in einen Rollstuhl und verordnete mir zweieinhalb Tage Bettruhe ‚auf Station’.

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Links: Nach der Aufnahme – Warten auf die Ultraschalluntersuchung; rechts: Heinz besucht mich im Krankenhauszimmer – es geht schon wieder besser!

Die Ärzte schafften es dann innerhalb von eineinhalb Tagen, meinen lebensbedrohend hohen Puls abzusenken. Der Schwindel ließ etwas nach und ich konnte wieder leicht Verdauliches essen.
In der Zeit war ich ständig am Tropf, mit Medikamenten zur Pulssenkung, gegen Schwindel und Entzündungen.
Am folgenden Tag kamen die beiden Freundinnen Jim und Noi mich und Rei im Krankenhaus besuchen (zur Erklärung: in Thailand ist es üblich und auch so eingerichtet, dass ein Angehöriger im Zimmer des Kranken mit übernachtet... aber ohne Aufregungen und so...).
Noi versuchte immer wieder, ihren Freund Theo in Belgien zu erreichen, da sie ihn an diesem Mittag – in Belgien war es frühester Morgen – noch nicht erreicht hatte.
Die drei gingen dann Som tam essen und nach einiger Zeit fuhren Jim und Noi wieder Richtung Ban Phue.
Gegen Abend erhielt Rei einen Anruf Nois und berichtete ihr völlig aufgelöst und unter Tränen, dass sie eine Kurznachricht von der Tochter Theos erhalten hatte: ‚Papa died!!’
Ungläubig und erschüttert nahmen Rei und ich diese Nachricht vom Tode Theos auf.

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Theo im Haus von Noi’s Schwester in Ban Poon eineinhalb Monate vor seinem Tod

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